Painting Love


Es ist nun Jahre her… da sah ich im Traum dieses Bild deutlich vor mir. Nun, eigentlich sah ich drei Bilder, aber dies ist das Einzige, dass mir damals erklärt wurde.

Es war ein aufregender Tag gewesen. Ich war soeben auf der Rückreise von einer inspirierenden Veranstaltung im Ausland, eine, die, wie ich fühlte, viel mit meiner Bestimmung zu tun hatte. Einen ganzen Tag lang hatte ich Vorträge gehört und mit inspirierenden Leuten gesprochen. … und trotzdem waren meine Gedanken immer wieder davongelaufen…

Ich war unfreiwilliger Single, sehr unfreiwillig sogar… und obendrein war ich unglücklich verliebt in einen Mann, der gerne mit mir befreundet sein wollte. Und ja, ich war für den Heimweg mit diesem Freund verabredet, da meine Route über seine Stadt führte.

Welch ein Ungemach, dass ich auf der Heimreise erbärmlich krank wurde. Zuerst die Halsschmerzen, dann das bekannte Gefühl, wenn dein Körper anfängt, seine Hauptaktivität gegen unsichtbare kleine Feinde zu richten und deine Gedanken dir wie Wattebällchen langsam durchs Hirn fliegen. Und einer dieser Gedanken war, dass ich unbedingt mein wunderschönes, aber etwas zu kühles blaues Lieblingskleid austauschen sollte… und zwar gegen eine unspektakuläre Jeans und den ältesten Pulli, der sich in meinem Kleiderschrank und nun in meinem Gepäck befand. Widerstrebend gehorchte ich. Mein erster Gang gehörte der Flughafentoilette. Ich hatte sie als Schwan betreten und verließ sie als häßliches Entlein.

Nun, ich traf den Freund, und wir hatten einen wunderschönen Abend. Das Entlein war vielleicht häßlich, aber es schnatterte vergnügt… ich gehöre eben zu den Menschen, die überwältigend viel sympathischer sind, wenn ihr Immunsystem gegen Keime kämpft statt ihre halbe Seele gegen Unzulänglichkeitsgefühle.

Das Entlein kam müde, aber überglücklich nach Hause und trollte sich sofort in die Federn… nicht ohne dem Vater im Himmel seine Dankbarkeit und sein verwirrtes Herz zu bringen. Es war noch Nacht, als ich aus einem Traum aufwachte… aufwachen wollte, weil ich das, was ich sah, festhalten wollte.

Es war dieses Bild… ein verborgener Garten. Einer, den man hinter hohen, abbröckelnden Mauern und etwas angerosteten schmiedeeisernen Zäunen finden würde. Verwunschen und unberührt. Das wunderbare an diesem Garten war, dass er über und über blühte. Ohne, dass ich fragte, erkannte ich, was dies meinte…

Es war, als würde Gott mir erklären, was es bedeutet, zu lieben. Es fühlt sich anders an, als je gedacht. Nichts, das die Augen schließt, sondern etwas, das sie weit öffnet. Es ist so zart, dass es jederzeit zerbrechen kann, und so stark, dass es durchdringt – wie Farbe das Papier tränkt. Es ist mehr, als würde man einen Garten halten, halten und pflegen. Als wüsste man von diesem versteckten Garten, und könnte nie wieder nicht davon wissen. Wie zu wissen, dass man Rosen liebt oder Mohnblumen oder Lavendel… „sie erträgt alles, hofft alles, glaubt alles, duldet alles… die Liebe hört niemals auf. Es ist nicht möglich, sie festzuhalten. Immer lässt sie den Anderen ganz frei…

Nun habe ich endlich dieses Bild gemalt... Eine Erinnerung daran, wie Gott in mein Herz spricht. „Dass ihm das wichtig ist…“, dachte ich ein wenig verschämt… „mein ganz persönlicher Liebeskummer?“ Seitdem weiß ich: Er redet immer zu mir. Und er antwortet auf meine kleinen wichtigen Fragen. Direkt und in Bildern, die ich verstehen und auf Leinwand bannen kann. Ein farbiges Versprechen, dass ER da ist.

… wenn ihr ein bisschen so seid, wie ich, wollt ihr noch wissen, wie die andere Geschichte ausging, stimmt’s? Nun, ich sage nur so viel: es gab ein „happily ever after“… aber das sah anders aus, als gedacht! Im Moment pflege ich einfach meinen Garten…



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@2019 by Lydia Eberhard